Wird Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbraucht?

Immer mehr Medienberichte erklären, dass Religion missbraucht würde, um Gewalttaten zu legitimieren, z.B. hier und hier . Die Gegenthese von John Lennon war, das Religion ursächlich für die Gewalt sei. Was ist nun richtig?

Vorweg geschickt sei die Bemerkung, dass der gebräuchliche Begriff der Religion äußerst unscharf ist. Ist die Inbrunst am Leningrab religiös? Gibt es wirkliche Gemeinsamkeiten von Religiösen die sie von den Nicht-religiösen unterscheiden? Je nach Definition ist hier mal das Eine, mal das Andere ‚religiös‘. Ohne belastbare Definition kann man aber gar nichts missbrauchen, weil auch der Gebrauch undefiniert ist.

Vermutlich wird aber der Religionsbegriff aus Lessings Ringparabel unterstellt. Demnach wären alle Religionen mehr oder minder gleich – eigentlich eine christliche Variante, die die Deutungshoheit über das Judentum und den Islam beansprucht – was aber von jenen Gläubigen meist abgelehnt wird.

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Jörg Bernig ››Habe Mut …‹‹. Eine Einmischung – Meinungsfreiheit

Ein zentrales Thema der Rede ››Habe Mut …‹‹. Eine Einmischung  ist die Meinungsfreiheit und die aktuelle Politik:

In meinem 2014 erschienenen Roman »Anders« habe ich das
Schicksal eines Lehrers beschrieben, dessen Leben ruiniert wird. Der Grund dafür war, dass er eine Meinung vertrat, die nicht
dem Mainstream entsprach. Ich schrieb diesen Roman, weil ich beobachtet hatte, dass in Deutschland die Auseinandersetzung mit anderen Meinungen immer militanter geführt wurde, mit
immer unverhohlenerer Absicht, den Anderen fundamental zu
beschädigen. Dies ist in der Zwischenzeit massenhaft geschehen mit den Kritikern der sogenannten Flüchtlingspolitik.

Jenseits der inhaltlichen Frage, ob denn die Flüchtlingspolitik so oder so zu kommentieren und verstehen ist, ist der Vorwurf erschreckend. Wenn praktische Meinungs- und Zensurfreiheit derartig unterlaufen wird, dass viele hier dramatische Defizite melden, stellt sich die Frage: Ist das so?

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Gotteserkenntnis: Der selbe Gott … ?

Monotheistische Religionen behaupten allesamt, dass es nur einen Gott gäbe. Immerhin kann man von philosophischer Seite auf Aristoteles verweisen, der ja zum gleichen Ergebnis kam. Oder auf das Prinzip ‚Occams Razor‘, das eine nicht notwendige Multiplizierung von Entitäten ablehnt. Abgesehen von der Ansicht, dass es keinen Gott gäbe, hat dieser Gedanke etwas bestechendes. Ist es darum notwendig der gleiche Gott, dem sich die verschiedenen Lehren von unterschiedlicher Seite nahen?

Und sind darum alle Versuche, sich jenem Gott zu nahen, wenngleich auch kulturell unterschiedlich bedingt, grundsätzlich gleichwertig? Lessings Ringparabel sagt ja genau das aus. Allerdings gibt es den Unterschied zwischen Identität und Abbild. Denn vorausgesetzt, dass es jenen einen Gott tatsächlich gibt, bleibt es möglich, sich  ein Abbild zu machen, dass diesen bis zur Unkenntlichkeit verzerrt. Unter dieser Prämisse wäre es nichts sagend, wenn man vom gleichen Gott spräche.

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