Mission Statement

Eines ist in der Philosophie noch schlimmer als der Dilettantismus: Das Schweigen des Elfenbeinturms.

Der Dilettant wähnt sich als der Erfinder des Rades in Ignoranz der Erkenntnisse anderer. Ohne sich der Mühe zu unterziehen, selbst die Quellen zu studieren, hält er seine Erkenntnisse für wesentlich. Aber jener, der vor lauter Ehrfurcht vor gescheiten Frauen und Männern es nicht wagt, sich den Fragen nach Gott und der Welt, nach dem Sinn und dem Tod zu stellen, versäumt das Wesentliche:

Sich der Erkenntnis zu öffnen, auch wenn diese vor Irrtum nicht schützen kann.

Manche hoffen, dass die Erkenntnis ihnen wie der Regen zufällt. Andere spüren, dass sie über die Dinge nachdenken müssen, gerade um die Irrtumsrisiken zu minimieren. Denn wer vieles für selbstverständlich hält und nicht nachfragt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er sich im Dickicht falscher Vorstellungen verirrt.

Wahre Demut ist darum, die eigene Unzulänglichkeit anzuerkennen, sich aber von dieser nicht einschüchtern zu lassen und mutig den Weg zu bestreiten, der zum Licht führt. Ich bekenne, das ich nicht völlig frei vom Dilettantismus bin. Erkenntnis ist nichts abgeschlossenes, sondern wächst im Diskurs – auch im inneren Diskurs. Ent-täuschungen und Erkenntnis von Irrtümern aber erscheinen mir als anstrebenswerte Ziele.

Diese Website ist darum nicht den besten Philosophen gewidmet, noch beansprucht sie exklusive Wahrheit. Sie ist zunächst Ausfluss meines Denkens und Selbstbespiegelung, kein Follower wird gesucht. Wer es aber als hilfreich empfindet, sich zu beteiligen, zu lesen, kommentieren oder Gastbeiträge zu schreiben, ist herzlich eingeladen.

Politik wird nicht verbannt, sollte aber nicht dominantes Thema werden, weil das den Blick auf das wirklich Wichtige zerstreuen kann. Ohne Frage kann die Weltanschauung nicht unpolitisch sein. Aus dem Sein folgt oft das Sollen, denn es bestimmt den Kontext. Ich habe nur den Eindruck, dass in den Niederungen der aktuellen Problemen und Diskussionen der Fokus verloren geht, ein Haschen nach dem Winde.

Gerade auch andere Meinungen, denen ich nicht zustimme, sind willkommen. Der philosophische Diskurs lebt von der Vielfalt und der gegenseitigen Überprüfung. In diesem Sinne plane ich, einige Beiträge zu veröffentlichen.

Kurze Gedankenfetzen aber auch systematische Abhandlungen, Repliken auf andere Texte, verweise auf Bücher und Erfahrungen, Filme … All das soll der geneigte Leser und Beteiligte hier finden können.

Martin Landvoigt, 12.11.2016