Problemlos war das Verhältnis zwischen den Geschlechtern nie. Es ist meist als Machtkampf aufzufassen, der mit ungleichen Mitteln ausgetragen wird und maßgeblich von den vorherrschenden Standards einer Gesellschaft bestimmt wird. Einerseits gibt es rohe Gewalt, die auch heute noch unter dem Stichwort ‚Häusliche Gewalt‘ für Entsetzen sorgt – zumeist, aber nicht immer, sind Männer die Täter. Andererseits gibt es die Soft-Power, wie mit unterschiedlichen Methoden Druck und Herrschaft aufgebaut wird, vor allem die Hilfsbedürftigkeit, die den Anderen verpflichtet.
Das hierzulande aktuell vorherrschende Idealbild ist die des selbstständigen, berufstätigen geschlechtsneutralen Menschen, der keinen anderen mehr braucht, und möglichst erfolgreich ist, auf jeden Fall aber Steuern zahlt. Das passt natürlich wenig zu einer Familie, die durch mehrere Kinder den langfristigen Erhalt der Gesellschaft und der Sozialsysteme sichert. Denn die Belastungen des Kinderbekommens und der Erziehung lassen sich nur schwerlich mit dem vorherrschenden (nicht-)Rollenbild vereinbaren.
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