Auf einer Demo fielen mir einige Teilnehmer mit bedrohlichen Verhalten auf. Den beunruhigten Anwohnern und Passanten sicherten sie zu: ‚Keine Sorge, wir gehören zu den Guten!‘
Für viele mag es eine Trivialität und Selbstverständlichkeit sein, dass man sich selbst natürlich den Guten zurechnet. Bei näherem Betrachten aber scheint man sich eher in einem Minenfeld des Selbstverständnisses wiederzufinden. Denn die Überheblichkeit, seine eigene Position mit dem moralischen Urteil ‚gut‘ zu verknüpfen, kann für alles mögliche stehen, so für Bigotterie und Heuchelei, Überheblichkeit oder Selbstüberschätzung. Vielleicht aber ist es ein nüchternes Urteil nach intensiver Suche nach dem Guten, dass natürlich nicht pauschal diskreditiert werden sollte. Auch ist nicht jede Selbstkritik immer gut und zielführend. Gibt es hier einen Ausweg, um die Tretminen zu vermeiden?
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