Rassismus und Läuterungsagenda

Wer würde bezweifeln, dass der Rassismus mit Sklaverei, Eroberungsmotiven und Genozid nicht zu dem schlimmsten gehört, was sich Menschen an Verfehlungen leisten. Allerdings treibt diese berechtigte Verurteilung seltsame Blüten, die gar in ihr Gegenteil umschlagen und zuweilen suizidale Züge annehmen. Dies ist gar prägend für den Zeitgeist, der von einem manifesten oder latenten Alltagsrassismus aller Mitglieder der schuldbeladenen Rassen oder Völker (sic!) ausgeht. Dieser sei in direkter Linie die Teilhabe an allen Verbrechen der Vergangenheit, im Besonderen der Vorfahren jener Rassen oder Völker. Es gilt darum, zur Läuterung genau das Gegenteil zu tun, nämlich die Opferrassen und Völker zu entschädigen und ihnen für das Unrecht, dass ihren Volksgenossen angetan wurde, eine kaum hinreichende – wie groß das Entgegenkommen auch ist – Sühne zu präsentieren.

Sandra Kostner hat eine Debattenband heraus gebracht – Identitätslinke Läuterungsagenda – dessen vielfältigen Aspekte hier gar nicht umfänglich diskutiert werden kann, aber einige Gedanken, auch aus diesem Anstoß heraus angerissen werden. Im Besonderen ist es die Frage des Selbstveständnisses und der Identität. wie damit umgegangen wird.

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Hass

Ein menschliches Gefühl, dass heutzutage leidenschaftlich abgelehnt wird, als gäbe es ein neues Gebot; Du darfst nicht hassen! Was ist da dran? Ist Hasskriminalität die böse Tat, die wegen des Hasses erst entsteht – oder ist bereits der Hass selbst, auch ohne dass er zur Tat wird, bereits ein Verbrechen? Was macht der Mensch, der selbst Hass empfindet, mit seinem Hass? Kann er diesen einfach in Liebe verwandeln oder muss er sich selbst belügen und seinen Hass verbrämen?

Haß (odium = feindliche Verfolgung) ist die leidenschaftliche Abneigung gegen daß, was uns Unlust bereitet hat. Der Haß, das Gegenteil der Liebe, verabscheut nicht nur einen Menschen, sondern möchte ihm auch schaden. Er entspringt oft dem Eigennutz, dem Neide, dem gekränkten Ehrgeiz, der Eifersucht oder der verschmähten Liebe. Insofern er dem Gehaßten Wichtigkeit beilegt, unterscheidet er sich von der Verachtung. Dinge kann man im Grunde nicht hassen, sondern nur Abneigung gegen sie, Abscheu vor ihnen empfinden; denn man vermag sie wohl zu zerstören, aber nicht ihnen zu schaden. Auch der Haß gegen das Böse ist nur der Abscheu vor demselben.

Kirchner/Michaëlis: Wörterbuch der Philosophischen Grundbegriffe

Auch wenn manche eher die Gleichgültigkeit als das Gegenteil der Liebe betrachten, wollen wir diese Definition zur der Grundlage akzeptieren: Verachtung ist kein Hass, Abscheu eben sowenig. Indem aber Dritten Hass unterstellt wird, auch wenn dies oft schlecht belegt wird, macht man sie damit oft wiederum zum Objekt des Hasses. Fraglos schadet eine derartige Attributierung.

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Engel – Bilder – Vermittlung

Dem naturwissenschaftlich denkenden Menschen erscheint die Vorstellung von unsichtbaren Geistwesen, die hier im Zeitlauf der Welt wirken, abstrus und ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Dennoch glauben einigen Umfragen zufolge mehr Menschen an die Existenz jener Engel als an die Existenz eines Schöpfergottes. Dem Theologen sind die Engelvorstellungen auch eher schwierig. Wofür braucht ein allmächtiger Gott noch zusätzliche Geistwesen als Gehilfen? Aber genau so könnte man fragen: Wozu braucht er Menschen? In wie weit sind Engelsvorstellungen Bilder von einer anderen Realität? Oder sind diese Vorstellungen reine Illusion, ohne wahren Bezug zur Realität?

Wer zur Existenz oder Nichtexistenz jener Engel bereits eine feste Meinung hat, wird wohl kaum weiter darüber nachdenken wollen. Aber letztlich führt dies zurück in die Frage: Was ist überhaupt real? Was hat überhaupt ‚Existenz‘? Gemäß Platons Höhlengleichnis ist das, was wir gemeinhin für die Realität halten, nur wie ein Schatten an der Wand. Durch die Quantenmechanik wissen wir, dass die vermeintlich festen Stoffe nicht nur aus sehr vielen Molekülen und Atomen bestehen, sondern diese wiederum aus unglaublich schnell rotierenden Energiefeldern. Es ist ein Wunder, dass diese Stoffe über Jahrmillionen bestand haben können, wenn sie sich doch innerhalb von Nanosekunden tausendfach verändern. Auch Einstein wusste, dass es keine feste Grenze zwischen Materie und Energie gibt. Gibt es nun eine feste Grenze zwischen dem Bild und der Realität?

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Große Lebensentwürfe – kleines Glück

Was fange ich mit meinen Leben an? Vorwiegend in der Jugend stellen sich Menschen die Frage. Viele wollen was bedeutendes tun. Forscher, Entwickler sein, die Welt und die Gesellschaft voran bringen. Vielleicht ein Held, der die Welt verbessert. Es muss nicht der einsame Held sein, der sein Leben opfert, aber Teil von etwas Großem zu sein … das wäre doch was. Vor allem die Postmoderne, die traditionelle Lebensentwürfe gering schätzt, dürstet nach Auswegen aus der Sinn-Leere.

Früher war es die Revolution und der Freiheitskampf in fernen Ländern, heute ist es die Klimarettung, der Kampf gegen Rechts und Rassismus, der sich in beachtlichen Jugendbewegungen zeigt … und Menschen, die sich selbst als junggeblieben verstehen. Ein psychosoziales Phänomen?

Dagegen verblassen kleinbürgerliche Lebensentwürfe mit Familie, Enkel und Eigenheim. Peter Fox überzeichnet es in Haus am See als ein Glück, das ihm zufällt. Für viele ist es weniger das spektakuläre Glück, sondern etwas, das man sich erarbeiten muss … wenn es denn überhaupt als Ziel erkannt wird. Was aber ist tragfähig? Was ist erstrebenswert? (Einige weitere Songs illustrieren das Thema …)

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Tugend und Gesellschaftsentwicklung

Tugenden – oder allgemeiner gesprochen Werte – unterliegen der Beurteilung. Ein Einzelner mag eine Wertschätzung abweichend von der ihm umgebenden Gruppe abgeben. Dennoch bilden sich in einer Gesellschaft unscharfe Cluster heraus, die für deren Entwicklung eine prägende Rolle spielen. Am wirksamsten sind jene Tugenden und Werte, die als selbstverständlich etabliert sind. Aber ein Reflektion dieser vermag das Urteil zu verändern. Kurz: Wohl und Wehe der Zukunft liegt in den praktizierten Tugenden und Werten!

Das gilt dann für jede beliebige Gruppengröße. So mag ein Clan oder Stamm einen eigenen Codex herausbilden, eine religiöse Gemeinschaft, ein Staatsvolk oder Ethnie, oder ein grenzüberschreitender Kulturraum. Früher sprach man von deutschen Tugenden wie Fleiß, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Im Zeichen des Wertewandels gilt dies nun nicht nur als verpönt, sondern trifft auch weit weniger flächendeckend zu.

Wir betrachten nun die Hypothese, dass jene Herausbildung und Verflachung von Tugenden und Werten maßgeblich zu einer positiven oder negativen Gesellschaftsentwicklung führt.

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Evolution – Theorie, Tatsache, Glaube und Wahrscheinlichkeit

Kaum eine wissenschaftliche Theorie hat das Selbstverständnis des modernen Menschen so geprägt wie die Evolutionstheorie, die auf Charles Darwin zurück geht. Als Tatsache kann gelten, das die Beobachtungen von Veränderung der Arten gesichert sind (Mikroevolution). Man geht von Mutation und natürlicher Selektion aus – und das erscheint auch einleuchtend. Viele meinen, damit auch den Beleg zu haben, dass alles Leben mehr oder minder zufällig entstanden (chemische Evolution) ist und sich aus der Urzelle zu dem bekannten Formenreichtum entwickelte (Deszendenztheorie, Makroevolution). Die Unterscheidung der Aussagen wird aber häufig nicht mehr gemacht. Man meint, dass DIE Evolutionstheorie eine der bestbelegten wissenschaftlichen Theorien sei. Wer es wagt, hier Zweifel zu äußern oder auch nur leise Rückfragen stellt, gilt schnell als Spinner oder religiöser Fundamentalist … eigentlich ein Häretiker, der das moderne Glaubensbekenntnis in Frage stellt.

Tatsache ist ferner, dass es DIE Evolutionstheorie nicht gibt, sondern viele Teiltheorien, die jeweils unterschiedlich gut belegt sind. Für das Selbstverständnis ist vor allem die Makroevolution, genauer die Deszendenztheorie, der Kern der Evolutionstheorien, die auf Charles Darwin zurück gehen. Hier kann man allerdings bezweifeln, ob es überhaupt eine wissenschaftliche Theorie ist, geschweige denn als Tatsache zu verstehen sei.

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Ethik im Zeichen der Pandemie

Tod, Seuchen, Gefahren … wir werden alle sterben. Viele erst in einigen Jahrzehnten. Aber wir werden unser Leben nicht beliebig erhalten können. Manche werden durch das Virus sterben, vielleicht auch ich. Andere sterben wegen schlechter Versorgung, Depressionen, häuslicher Gewalt oder allerlei, was sich durch den gesellschaftlichen Stillstand verschärft. Vielleicht werden die nicht hinreichend zu retten sein, die zu der Risikogruppe gehören, aber die Devise ist die Hoffnung, mit genügend medizinischen und pharmakologischen Fortschritt das Leid zu lindern. Hier aber möchte ich die ethische Problematik erläutern, denn man erkauft sich für diese Hoffnung nicht nur ein wenig Wohlstandsverzicht, sondern letztlich andere Tote.

Welche Maßnahmen sind ethisch geboten? Wenn die Entscheidungen anderes Leid gegen jenes Leid und die Hoffnung auf ein gutes Ende abgewogen wird, neigt der Mensch nicht zu einer nüchternen Überlegung , sondern die emotionale Wahl des Plakativen. Berge von Leichen in China oder Italien wirken schwerer als die zu erwartenden statistischen Auffälligkeiten der anderen Toten. Sie bleiben die eher unsichtbaren Opfer der Entscheidungen, die Dritte treffen.

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Erinnerungskultur, die Zweite

Es ist natürlich scharf abzulehnen, wenn Björn Höcke in der Dresdner Rede forderte, man müsse zur Erinnerungskultur der Naziverbrechen eine 180 Grad Wende machen, also das Gegenteil tun. Wohlwollend könnt man das jedoch für eine Überzeichnung halten und er lediglich sagen wollte, dass die bislang geübte Erinnerungskultur so nicht hilfreich ist. Man wird weder den damaligen Opfern, noch den heutigen Opfern gerecht, sondern man verklärt traumatische Ereignisse und zieht die falschen Lehren daraus. Das weitere Erinnern an die Geschichte, auch der persönlichen Erfahrungen und die eigene Familiengeschichte wird überschattet von diesem Trauma, das für manche identitätsstiftend sei. Fraglos ist es schwer, ein angemessenes Verhältnis der Erinnerungskultur des Holocausts, der sicher kein Vogelschiss ist, zu dem ‚Rest‘ der Geschichte zu gewinnen.

Hier lasse ich auch dieses Verhältnis offen, aber ich will hier genau einen Teil des Rests in den Fokus nehmen.

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Warum sind wir allein im Universum?

Unter diesem Titel ist ein spannendes Video von Ansgar Reiners empfohlen. Im Grunde steht Reiners damit aktuell in der Tradition von Jacques Monod, wie er sie auch in ‚Zufall und Notwendigkeit‘ ausdrückte: Wir können davon ausgehen, dass es anderes intelligentes Leben im Universum nicht gibt, bzw. dass dies für uns immer irrelevant sein muss. Und zwar weniger wegen weltanschaulicher Positionen, sondern aufgrund der wissenschaftlichen Erkennbarkeit. Darüber hinaus haben beide sehr wohl weltanschaulicher Positionen, die ihrerseits im materialistischen Weltbild durchaus Konsequenzen haben. Mehr dazu später. Hier ist es überraschend, dass der Mainstream ja beständig von einer SciFi-Folklore ausgeht, für die außerirdisches Leben eine Selbstverständlichkeit darstellt – ebenso mit weltanschaulichen Konsequenzen. Es vermischen sich religiöse und eschatologische Züge immer mehr – denen aber von der Wissenschaft eine Absage erteilt werden muss.

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Das Leben, Zeit und Ewigkeit

Die Erklärung, was das Leben eigentlich sei, was vielleicht das falsche Leben sei … all das erscheint zunächst selbstverständlich, aber wird schwierig, wenn man darüber nachdenkt. Die Biologie beschreibt das Leben zumeist als Stoffwechselprozesse. Menschen verstehen Leben meist mehr oder minder als die bewusste Existenz. Man mag über die Fähigkeit zur Entwicklung, das Fühlen oder Entscheiden intuitiv für wichtig halten. Aber stets sind damit Prozesse verbunden, die nur auf dem Hintergrund des Zeitablaufs zu verstehen sind. Unser Denken setzt die Zeit voraus.

Ewigkeit wird gemeinhin als Endlosigkeit verstanden. Es geht immer weiter und hört niemals auf. Es ist bereits ein philosophischer Ansatz, diese Vorstellung der Ewigkeit nicht als Antwort auf den Schrecken des Todes zu suchen. Ja, der Tod bleibt schrecklich, aber er verleiht dem Leben eine gewisse Dimension der Kostbarkeit. Eine Endlosigkeit, selbst des Paradieses, wird dann ebenso beängstigend, denn die Perspektive geht verloren. Man kann in der Ewigkeit der Langweile kein Ende bereiten. Dennoch hat die Ewigkeit – in einem anderen und weniger fassbarem Sinn – eine entscheidende Bedeutung als Ziel des Lebens.

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