Böse Philosophie

Dem Namen nach sind Philosophen die Freunde der Weisheit. Können diese überhaupt böse sein? Denn der Anspruch, das Wahre und Gute zu suchen wird keineswegs stets erfüllt. Ob nun Philosophen fatalen Irrtümern aufsitzen oder gar von einem perfiden Motiv getrieben sein können, so bleibt doch unbestritten, dass es böse Ideologien gibt, die sich von gewissen Philosophien nicht trennen lassen. Rechtfertigung von Massenmord fängt zumeist nicht mit einer offensichtlichen Abscheulichkeit an sondern kommt zuweilen Unschuldig, vielleicht in Anlehnung an das wahre Gute daher, aber verführt zunächst unmerklich auf einen Weg, der in den Abgrund führen kann. Ist Nietzsches Philosophie böse, denn er war offensichtlich ein Wegbereiter des Nationalsozialismus? Hat der Nominalismus einen verderblichen Kern? Ist jeder, auch noch so kleine Ansatz zur Differenzierung von Menschen und Kulturen im Kern bereits rassistisch?

Alexander Dugin hält den Liberalismus 2.0 für verderblich. Johannes Hartl, vielbeachteter spiritueller Impulsgeber und Philosoph, erhob den Vorwurf, Alexander Dugins Philosophie sei böse. Apriori kann dies nicht beurteilt werden, sondern muss genauer geprüft werden …

„Böse Philosophie“ weiterlesen

Universalien und der Nominalismus

Der sperrige Titel hört sich akademisch an und für den Alltag wenig bedeutsam. Allerdings bekommt das Thema Brisanz, wenn es als Schlüssel zum Denken schlechthin verstanden wird. Ansonsten bleibt die Realität unfassbar und kafkaesk und ein generelles Unverständnis verbreitet sich. Alexander Dugin sieht hier den Schlüssel zu der geistesgeschichtlichen Entwicklung des Liberalismus, der zunächst unmerklich, dann aber zu einer existenziellen Bedrohung der Menschheit führt und nachhaltig die aktuelle Politik prägt. Gerade wirkmächtige Kerngedanken erscheinen zunächst farblos, erweisen sich aber als Grundstein von Denkgebäuden.

Hier müssen wir tiefer graben und in die Geistesgeschichte schauen. Am Anfang unserer Betrachtungen steht hier die Ideenlehre Platons.

„Universalien und der Nominalismus“ weiterlesen

Dugin’s politische Philosophie

Alexander Dugin gilt als einflussreicher Denker Russlands. Was unterscheidet ihn von einem gewöhnlichen Publizisten oder Politiker, dass er als Philosoph bezeichnet wird? Er schreibt nichts zur Ontologie des Menschen und des Seins, man findet keine grundsätzlichen Arbeiten zur Ethik oder Ästhetik, auch bei Sprachanalysen wird man nicht fündig. Was ihn als Philosophen qualifiziert ist die Herleitung geistesgeschichtliche Entwicklungen auf das wirkmächtige Denken politischer Trends. Und in der Tat kann er damit erstaunliche Deutungen liefern, die plausible Hintergründe von Ereignissen und Entwicklungen zeigen, die ansonsten nur an Orwells 1984 oder die scheinbare Absurdität Kafka erinnern.

Am Bespiel Dugins wird auch ein verhängnisvoller Trend deutlich: Man will erst gar nicht mehr verstehen, sondern zuerst urteilen und einordnen: Ist Dugin gut oder böse? Ist er rechtsextrem oder Kommunist? Gehört er zu den verhassten Feinden?

Hier werden einige Grundaspekte zur Person und seines Denkens diskutiert. Folgeartikel werden auf bestimmte Aspekte vertieft eingehen. Zunächst zur Methode der Verfemung, die nicht nur Alexander Dugin im öffentlichen Diskurs trifft.

„Dugin’s politische Philosophie“ weiterlesen