Trennschärfe und Unschärfe

Ordnung fragt nach Unterscheidung von Ungleichem und Feststellung der Gleichheit. Was ist richtig – was falsch? Was ist wahr oder unwahr? Was ist gut oder böse? Nun ist es modern geworden, Grauzonen zu entdecken. Also nicht mehr klar zu unterscheiden, was richtig oder falsch ist. Darin liegt einerseits eine neue Ehrlichkeit, die sich gegen Simplifizierung wehrt, zugleich eine erschreckende Indifferenz zur Auflösung der Werte. Es lohnt sich, diesen Sachverhalt, den unerfüllten Wunsch nach Trennschärfe von unterschiedlichen Seiten zu beleuchten.

Im Laufe dieser Betrachtung werden wir dies anhand von zwei Beispielen untersuchen, der Sünde und der nationalen Identität.

In der Wissenschaft und der Gesetzgebung und Rechtsprechung ist das trennscharfe Urteil unumgänglich, auch wenn damit Irrtümer nicht ausgeschlossen sind. Auch in der Navigation ist eine indifferente Unentschlossenheit damit bedroht, das Ziel zu verfehlen. Was ist aber mit dem Ziel oder den Weg des Lebens?

Einige meinen, dass es einen von Gott vorgegebenes Ziel gar nicht gäbe, so wenig wie Gott. Aber auch jenen erscheinen manche Wege als falsch. Oft wird ein moralischer Imperativ gerade von diesen als wichtig erachtet, die sich keinem Gott beugen wollen. Also gibt es auch in der Sicht jener ein falsches Leben. In christlicher Nomenklatur ist das falsche Leben die Zielverfehlung und wird Sünde genannt. Moralisten ohne Gottesbezug mag es als Chiffre für das dienen, was sie für falsch oder böse halten.

Sünde

Alte Vorstellungen der Sünde orientieren sich an den Geboten – zunächst die 10 Gebote – und deren Übertretung. Man beschäftigte sich ausgiebig mit der Frage, was denn schon Sünde sei, und was noch erlaubt. Jene aber, die angesichts des antiquiert anmutenden Wortes die Nase rümpfen, bejahen meist die Goldene Regel und haben keinen Dissens zur Frage, ob man denn zum eigenen Vorteil oder Lustgewinn Dritten Gewalt antun dürfe. Moralische Dilemmata sind oft Themen der Literatur und im Film: Wie ist nun die Grauzone zwischen Gut und Böse auszuloten?

Es ist also sekundär, ob man für diesen Sachverhalt die moralische Fundierung in einer Offenbarungsschrift sieht, oder ob man jene ablehnt. Das Grundproblem bleibt. Lediglich die Herangehensweise unterscheidet sich.

Unvermeidlich wird man immer wieder Situationen begegnen – oder zumindest lassen sich diese leicht konstruieren – in der eine trennscharfe Entscheidungen kaum möglich ist. In der Rechtsprechung müssen aber derartige Entscheidungen getroffen werden. Man bemüht sich darum um mehr Klarheit bei den Gesetzen und deren Auslegung. Ein Thema, zu der es nicht immer einen Königsweg gibt.

Ein völlig anderer Ansatz im Alltagsleben ist, sich gar nicht auf die Grenzfälle einzuschießen, sondern sich auf die Mitte, das Ziel auszurichten. Jesus erschien im praktischen Urteil einerseits milde und vergebend, andererseits verschärfend und kompromisslos. Hier aber ist dies wegweisend:

Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).  Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.

Matthäus 22,37 ff

Es ist klar: Hier gibt es keine trennscharfen Kriterien. Oft wurde bezweifelt, ob man Liebe überhaupt gebieten kann. Wer aber nach Wegweisung und Orientierung fragt, erkennt diese hier unzweifelhaft. Es ist also ein Wegweisung für den Suchenden, kein Kriterium zur Beurteilung Dritter, bzw. deren Taten. Der Suchende aber wird mit dieser Unschärfe gut leben können und darin einen notwendigen Freiraum zu gutem Leben finden.

Nationale Identität

Die Frage nach dem Selbstverständnis – Wer bin ich? – ist eine der Grundfragen eines jeden Menschen. Darin ist die eigene Herkunft und Zugehörigkeit zu einer Gruppe ein wesentliches Element. Während früher die Familie oder Sippe oft Orientierungspunkt war, wird diese heute oft in anderen Zuordnungen prominent. Neben der konkreten Peer Group sind es die Fragen der Kultur und Nationalität, die für das Selbstverständnis prägend sind. Patriotismus gilt bei einem Großteil der Menschen als grundlegende Tugend.

Zwei Trends stellen dies in Frage: Einerseits ist die problematische Geschichte Deutschlands wenig geeignet, eine positive Selbstidentifikation als Deutscher zu vermitteln, andererseits ist im Sinne der Individualisierung in der Postmodernen die übergreifende Idee abhanden gekommen. In der Öffentlichkeit ist bereits die Erwähnung von Nation und Volk verdächtig, zur unakzeptablen Gruppe der Rechten zu gehören.

Man sucht nicht mehr in tradierten Kriterien, sondern meint neue individuelle Orientierungspunkte zu finden. Mal die ganze Menschheit, mal sogar übergreifend die Erde oder Natur, der die Menschheit geopfert werden kann … oder andere primäre Agglomeration, wie die Religionsgemeinschaft oder Europa. Es gilt als salonfähig, gar beschworener Konsens, den vermeintlichen Nationalismus zu überwinden. Gemeint ist dann oft sie Ausmerzung des Begriffes der Nation, nicht mehr nur die ideologische Übersteigerung der Zuordnung – die zu Recht kritisiert würde.

Das anstelle der Nation genannte Kriterium der Kultur bleibt nicht weniger problematisch. Denn hier wird man noch weniger trennscharfe Kriterien finden können, was denn die Kultur ausmacht – zumal es sich immer um eine Art vielgestaltige Mischkultur handelt.

Trotz aller Bedenken, die nationale und kulturelle Identität als positives Identifikationsmerkmal als prägend für das Selbstverständnis anzuerkennen, ist es unübersehbar, dass eine Sozialisation einschließlich der Bildung von persönlich akzeptierten Werten nur in einem konkreten Kontext gedacht werden kann. Versuche, diese Wurzeln zu transzendieren, sind durchaus als ehrenhafte Versuche der Herausforderung der menschlichen Existenz zu sehen. Indes, eine völlige Emanzipation von diesen Wurzel muss eine Illusion bleiben, denn auch eine Ablehnung der Traditionen bleibt in einer gespannten Beziehung zu eben diesen Wurzeln bestehen. Es wirkt darum zumeist unreif, seine eigenen Grundlagen und Identität nicht akzeptieren zu wollen.

Wer nun dieses pubertäre Aufbegehren hinter sich lässt, muss zu einer Identität finden, die eben auch einen nationalen Charakter hat. Es kann ein durchaus kritisches Verhältnis zu jener Nation sein, aus dessen Grundlagen das eigene Werden und Sein verstanden wird, aber auch diese Bestimmung bedarf der Einordnung und Reflektion. Was bleibt ist eine Spannung zwischen der individuellen Genese und der Kategorie der Nation und Kultur. Selbstredend ist ein Trennschärfe hier noch nicht erforderlich.

Dies wird erst akut, wenn die Zuordnung über den individuellen Rahmen hinaus bedeutungsvoll werden soll. Wer also gehört zu jenen Deutschen – und wer nicht? Im Besonderen wird dies zum Reizthema, wenn man den Aspekt der Massenmigration in Betracht zieht.

Massenmigration

Während ein vereinzelte Migration und Diversifizierung von lokalen Gesellschaften stets zur geschichtlichen Realität gehörte und durchaus befruchtend wahrgenommen wird, ist eine Massenmigration zumeist mit erheblichen Verwerfungen und Konflikten verbunden. Im Zuge der Völkerwanderung kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Größere Bewegungen ereigneten sich dann unter weniger gewalttätigen Migrationen im Zeichen der Arbeitsmigration. In jüngerer Zeit handelt es sich um Massenmigrationen ohne vordergründig gewaltsame Aspekte, sondern um sogenannte Schutzsuchende im Sinne der humanitären Hilfe. Die Kennzeichnung als ’sogenannte‘ Asylanten und Flüchtlinge bezieht sich auf den Umstand, dass Menschen und wirtschaftlich prekären Verhältnissen oder schlichte Glücksritter das Argument der Schutzsuche gerne gebrauchen, um auch diese Vorteile für sich zu beanspruchen, auch wenn sie formal nicht unter die Kriterien der humanitären Hilfe fallen. Politische Aspekte, in wie weit hier eine Gestaltung und Begrenzung der Migration, aber auch die Frage nach der humanitären Verpflichtung sollen hier ausgeklammert bleiben. Hier geht es um den Aspekt, dass jene Migranten einen dauerhaften Lebensmittelpunkt in Deutschland haben und damit für ihr eigenes Selbstverständnis eine Herausforderung erkennen müssen. Aber auch die aufnehmende Gesellschaft hat ein deutlich verändertes Gepräge durch den Masseneffekt. Als Stichwort sei hier der Verlust der eigenen Heimat genannt, den einige Einheimische beklagen.

Dadurch wurde die Frage des Deutsch-Seins, der eigenen Nationalität und der Kultur neu aufgerollt. Zwischen dumpfen Unbehagen und aktiver Befürwortung bilden sich Bruchlinien in der Gesellschaft aus. Im Kern stehen darin Fragen nach der trennscharfen Unterscheidung hinsichtlich der nationalen Identität der Migranten.

Auf der Suche nach eben jener entscheidungsrelevanten Kriterien werden unterschiedliche Ansätze vorgetragen. Während formaljuristisch die Staatsbürgerschaft als Kriterium vorgeschlagen wird, befriedigt dieses Kriterium offensichtlich nicht alle Betroffenen. Denn die Hürde, sich für eine deutsch Staatsbürgerschaft zu qualifizieren, mag von willkürlich vereinbarten Regeln, Verfahren und Durchführung abhängig sein, die einen Bezug zur gelebten Befindlichkeit vermissen lassen. Was aber sonst kann hier Orientierung liefern?

Herkunft und Sozialisation

Selbstredend ist der der in einer Deutschen Gesellschaft aufwuchs, sowohl dem Selbstverständnis nach als auch dem Werten und Verhalten nach als Deutscher unschwer zu erkennen. Aber auch hier errodieren die Kriterien: Ist jener, der zwar in Deutschland aufwuchs, sich aber in einer Gemeinschaft sozialisierte, die das Deutschtum – was immer es auch sei – radikal ablehnt oder bekämpft, immer noch ein Deutscher – auch wenn er es gar nicht sein will?

Oder was ist mit dem Kind aus deutschstämmigen Haus, das in Kirgisien geboren wurde und aufwuchs? So lange die Familien deutsch Traditionen mit entsprechendem Selbstverständnis pflegte, erscheint die Frage leicht zu beantworten. Wenn die Familie sich aber vollends integrierte, ihre Traditionen und Sprache aufgab … ist das Kind dann immer noch Deutscher?

Migranten, die Deutschland verlassen, um irgendwo auf der Welt eine neue Heimat zu finden und auch ihre deutsche Staatsbürgerschaft zugunsten einer neuen aufgeben … sind sie noch Deutsche?

Die Herkunft und der formale Rechtsstatus geben hier nicht immer befriedigende Antworten. Noch weniger ist es Genotyp oder Phänotyp. Denn weder die Genetik, noch die äußere Erscheinung können hier trennscharfe Kriterien zur nationalen oder Volkszugehörigkeit liefern.

Wertegemeinschaft und Schiksalsgemeinschaft

Deutschtum wird zuweilen an Werte geknüpft. Was denn als Selbstverständlich in Deutschland gilt, definiert zugleich den Deutschen … ist das so? Ein Problem ist die Wertevariablilität, die im Spektrum als Deutsch erkannt werden kann. Einen Kanon des Deutschtums ist darum schwer zu definieren. Eben das gilt auch bei den Traditionen. Selbst das Brauchtum seiner Regionen unterscheidet sich erheblich.

Trotz des Mangels an einem abgrenzbaren Wertekanon erscheint es charakteristisch, Werte, die sich um das Grundgesetz ranken, als im Wesentlichen als deutsch zu erkennen. Auch hier geht es weniger um eine formale Abgrenzung als eine tiefe Bejahung von Freiheit, Recht und Ordnung in einer pluralen Gesellschaft. Ohne diese ist eine Identifikation als Deutscher bereits wegen der Herkunft nicht auszuschließen, bleibt aber problematisch. Ebensowenig macht das Teilen dieser Werte, z.B. durch einen Briten, Niederländer oder Schweizer, diesen noch nicht zum Deutschen. Es kann darum lediglich ein fakultatives Hilfskriterium sein.

Die Nation als Schicksalsgemeinschaft, die durch Geschichte und Tradition zur ihrer Identität findet, die nicht zuletzt in gemeinsamen politischen Entscheidungen Gegenwart und Zukunft prägt, ist meist ein eher unterschwelliger Gedanke, der zuweilen als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Dieser impliziert die bewusste oder unbewusste Assoziation der Mitglieder zu eben jener Geschichte. Somit stellen sich alle jene, die Deutsche werden wollen, freiwillig in die Geschichte, die nicht zuletzt durch das Grauen der Nazi-Herrschaft ein problematisches Verhältnis markiert. Wer Deutscher ist, wird sich nicht aus dieser Geschichte des Volkes lösen können, und der Neubürger wird zum Volksgenossen jenes Volkes mit dunkler Geschichte.

Es bleibt allerdings unklar, ob dieses Verständnis tatsächlich auch von den Neubürgern geteilt wird. Es bleibt eher zu befürchten, dass sich jene keineswegs als neue Volksgenossen verstehen, sondern dass sie die Staatsbürgerschaft lediglich als die Zugangsberechtigung zum Erwerb von persönlichem Wohlstand auffassen – und nichts mehr.

Ein Versuch der Abgrenzung

Es bleibt eine nahezu unlösbare Aufgabe für eine Gemeinschaft – im Besonderen des Staates – unter unscharfen Bedingungen seine Mitglieder zu bestimmen. Um so mehr sollte darum die Aufnahme von Migranten in die Volksgemeinschaft einerseits möglich bleiben, andererseits den Missbrauch und die Zersetzung jener Gemeinschaft so weit als möglich verhindern. Darum ist das Aufnahme-Verfahren so zu gestalten, dass es mit den Regeln eben des Grundgesetzes konsistent bleibt, ohne die gewährte Freiheit zur Beliebigkeit versanden zu lassen.

Die Anforderungen an einen Migranten, der die Mitgliedschaft zum Deutschen Volk anstrebt, kann darum nicht gleich sein wie die, der diese Zugehörigkeit per Geburt erhalten hat. Denn die Qualifikation per Geburt kann jener eben nicht erbringen. Darum ist es durchaus legitim, auch Anforderungen zu definieren, die nicht auf alle anderen Deutschen zutreffen. Dazu gehören diverse Grundkenntnisse von Staat, Gesetzen, Kultur und Sprache. Aber Kenntnisse allein sind nicht hinreichend, sondern eine innere Akzeptanz des Status als Deutscher, der Geschichte des Volkes und dessen willentliche Bejahung ist unabdingbar. Das Einbürgerungsverfahren muss in angemessener Weise dieser Anforderung Rechnung tragen. Es soll nicht nur jene vom Erwerb der Staatsbürgerschaft abhalten, der dazu nicht bereit ist, sondern auch jenen bei ihrem schwierigen Prozess der Selbstidentifizierung helfen.

Kein Kriterium sind dagegen weitgehend übergriffig erzwungene Assimilierungsversuche. Dies sind nicht nur der Verbot der Muttersprache und der persönlichen Traditionen. sondern auch Beschneidungen der Freiheitsrechte, soweit sie nicht durch Gesetz und gute Sitten geboten sind. Allerdings ist eine freiwillige Assimilation durchaus erwünscht. Die Grenzlinie, wo die notwendige Identifikation mit Volk und Kultur beim Erweb einer Staatsbürgerschaft zu fordern ist, und wo ein übergriffiger Eingriff in persönliche Freiheitsrechte vorliegt, ist allerdings schwer bestimmbar.

Persönliche Positionsbestimmung

Volkszugehörigkeit – gerade eine gewählte Volkszugehörigkeit – sollte sich nicht formaljuristisch durch einen mitunter fragwürdigen Passerwerb definieren, sondern durch eine persönliche Einstellung. Wer für sich seine Identität als Deutscher, bzw. Neu-Deutscher erkennt, hat damit einen wesentlichen Schritt getan.

Zuweilen hört man von jenen Neudeutschen, dass sie zuweilen von Dritten nicht als vollwertige Bürger angesehen werden. Das kann sich in nett gemeinten Fragen nach der Herkunft äußern bis hin zu rassistischen Äußerungen der Ablehnung. Sicher ist es für den Neubürger nicht angenehm, zuweilen schwer erträglich, mit Ablehnung konfrontiert zu werden. Aber es ist nicht möglich, derartige Vorkommnisse vollständig zu verhindern – vor allem, wenn sie von Einzelnen betrieben wurden. Organisationen können allerdings über Richtlinien besser auf einen guten Kurs zu gehen. Für den Betroffenen kann es aber kein Thema sein, dass Anfeindungen ihm seine Zugehörigkeit und Identität in Frage zu stellen. Denn gleichzeitig zu den Anfeindungen bestehen auch volle Akzeptanz, Respekt und Wertschätzung. Wer also soll denn die Bestimmungshoheit über die Frage der Zugehörigkeit haben?

Diese sollte bei der betroffenen Person bleiben, auch wenn diese an objektive Befindlichkeiten gebunden ist. Ein Mensch fremder Herkunft, der auch nicht in Deutschland lebt, wird sich selbst kaum zu Recht als Deutscher identifizieren können, selbst wenn er Kenntnisse von Sprache, Kultur und Werten hat. Wer aber in Deutschland lebt und teil des deutschen Volkes werden will, hat darin alle Möglichkeiten, sofern er sich über die Bedeutung dessen bewusst ist.

Unschärfe als Lebensprinzip

An den beiden Beispielen von Sünde und Volkszugehörigkeit wurde deutlich, dass eine trennscharfes Unterscheidung oft im Leben nicht möglich ist, aber dennoch klar wird, dass auch ohne Grenzkriterien eine Signifikanz der Fragen gegeben ist. Oftmals werden diese Entscheidungen dann von der Person – und damit subjektiv – getroffen, auch wenn es objektive Befindlichkeiten gibt. Der Wunsch nach eine klaren Unterscheidung ist legitim und anstrebenswert, indes aber nicht immer möglich. Kennzeichnend darin ist, dass es für manche Fragestellungen entweder klare Unterscheidungskriterien gibt, oder ob das Band der Grauzone der Unterscheidung schmal oder breit ist.

Das Fehlen von trennscharfen Kriterien kann darum nicht als Argument der Indifferenz gewertet werden. Da aber derartige unscharfen Grenzen allenthalben erkennbar sind, ist es die Frage, die Erwartungen im Denken entsprechend neu zu bestimmen.

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