Intellektuelle, im Besonderen Philosophen, sind geneigt, das Denken schlechthin für die vornehmste Tätigkeit des Menschen zu halten. Es setzt den Menschen vom Tier ab. Wie sonst könnte Wahrheit, Erkenntnis und Weisheit gewonnen werden?
Andere halten das für naiv, denn Denken wird allzu oft als Instrument der Durchsetzung von Interessen verwendet, zur Rechtfertigung von Motiven die nicht im Denken ihren Ursprung haben. Denken sei vielmehr der Überbau, die Firnis auf irrationalen Beweggründen, die nur die Oberfläche veredelt.
In der Tat stellt Denken an sich noch keine moralische Qualität dar. Es gibt sowohl das Motiv des reinen Erkenntnisgewinns und Suche nach dem Guten, als auch die Perfektion des Bösen, das mit intelligenter Anreicherung um so mächtiger wirkt. Intelligente und gebildete Menschen sind darum in moralischer Hinsicht keineswegs dem schlichten Menschen überlegen. Aber auch die Arten des Denkens, ein Nachdenken, Vordenken, Querdenken – mal mehr oder weniger originell, mögen je eine Rolle spielen. Neben dem Selbstbetrug kommen wir schließlich zu den wirkmächtigen Kerngedanken …
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